Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Fotos: Hélène Binet, London
Titel:Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln
Ort:Köln
Architekt:Atelier Peter Zumthor & Partner, Haldenstein
Bauherr:Erzbistum Köln, Generalvikariat, Köln

 

Juryvotum

Es ist ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Ort: Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Peter Zumthor schuf hier eine Raumkomposition, die - in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes - ganz unterschiedliche Elemente zu einem Ganzen, Unverwechselbaren zusammenfügt. Der Besucher dieses Museums betritt eine eigene Welt, in der unmittelbar die laute umgebende Stadt vergessen ist und die Zeugnisse der gebauten Vergangenheit, erhellt durch vereinzelt einfallende Lichtstrahlen, in den Dialog mit dem anspruchsvollen Konzept des Kunstmuseums für das Erzbistum treten.

Exakt nimmt der Neubau die Fluchtlinien der gotischen Kirche St. Kolumba auf und integriert das Bestehende. Die Fassade des neuen Museums wächst auf den vorhandenen Grundmauern. Die von Gottfried Böhm erbaute Kapelle “Madonna in den Trümmern“ aus den fünfziger Jahren wird mit einem separaten Eingang eingehaust. Sie steht in einer Ruinenlandschaft mit Fundamenten der Vorgängerkirchen. Diese Ruinenlandschaft, als größter und einzigartiger Ausstellungsraum, wird durch die perforierte Filterstruktur der Klinker-Fassade beleuchtet. Über diesem zentralen Raum scheint das eigentliche Museum, getragen von zwölf Meter hohen Stahlstützen, zu schweben und verwandelt dadurch das Ausgrabungsfeld in einen sakral wirkenden Ort der Andacht und Einkehr. So fügt sich das Alte, Gerettete mit dem Neuen zu architektonisch gefasster Geschichte.

Erhaben präsentiert sich das Innere des Ausstellungshauses im Obergeschoss als eine Komposition aus Licht, Material und Raum. In helles Tageslicht gehüllte Ausstellungssäle und künstlich beleuchtete Kabinette, weite und enge Öffnungen, intime Kunstbetrachtungen und gezielte Ausblicke auf die Stadt wechseln sich ab.

Peter Zumthor trifft in dem Gebäude Kolumba auf die grundlegenden Fragen der Architektur, bezogen auf Raum, Zeit, Material und Stadtgestalt. Seine Antwort inspiriert auf wunderbare Weise zum Sehen, zum Fühlen, zum Erleben und zum Nachdenken. Kolumba ist zu einem würdevollen Ort geworden durch Schlichtheit und eine sehr präzise Architektur, die in jedem Detail überzeugt.

Laudator: Michael Frielinghaus

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